25 Jahre Claus Sebastian Orgelbau


Im Jahre 2005 besteht meine Firma 25 Jahre. Dies ist ein guter Grund, allen treuen Kunden für das lange Vertrauen Dank zu sagen.
Für die Orgelinteressierten, die mich noch nicht kennen, möchte ich nachfolgend einen kleinen Abriss meines beruflichen Werdegangs schildern.
In früher Jugend begann ich mit dem Klavier- und Orgelspiel, sang im Kirchenchor und erlebte den Bau einer neuen Orgel für die St. Petri und Paulikirche in Hamburg-Bergedorf mit. Dieser Orgelbau festigte in mir den Wunsch, Orgelbauer zu werden.
OBM Claus SebastianVon 1964 - 1967 absolvierte ich meine Orgelbaulehre bei dem renommierten Hamburger Orgelbaumeister Rudolf von Beckerath. Nach der Gesellenprüfung (erster Landessieger mit Auszeichnung) arbeitet ich noch einige Jahre bei der Firma von Beckerath, um meine Kenntnisse im Orgelbau zu verfestigen. In dieser Zeit wurde ich bei vielen Orgelneubauten in der Bundesrepublik und auch in England eingesetzt.
Ich hatte auch Gelegenheit an Restaurierungen von historischen Instrumenten mitzuwirken. Als Beispiel möchte ich die Gebr. Stumm-Orgel in Bärstadt/Taunus nennen. Diese Restauration war dann auch Gegenstand meiner schriftlichen Abschlussarbeit für die Meisterprüfung.
Meine "Lehr- und Wanderjahre" absolvierte ich von 1972 - 1975 bei der Schweizer Orgelbaufirma Goll & Cie. in Luzern.
Im Jahr 1976 besuchte ich einen Vorbereitungskursus auf die Meisterprüfung an der Musikinstrumentenbauschule in Ludwigsburg, den ich mit der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Stuttgart abschloss.
Nach Tätigkeiten für verschiedene Firmen in Norddeutschland gründete ich 1980 meinen eigenen Orgelbaubetrieb in Hamburg-Bergedorf. Im Jahr 1985 siedelte ich in die Elbestadt Geesthacht über, die ca. 25 km südöstlich von Hamburg liegt.
In der malerischen Werkstatt, in unmittelbarer Nachbarschaft der 250 Jahre alten St. Salvatoriskirche, entstanden seither 28 neue Orgeln unterschiedlicher Größe, die überwiegend in Deutschland (von Saarbrücken bis Husum), aber auch in der Schweiz, in Ungarn und Japan erklingen.
Für meine Mitarbeiter und mich ist die qualitätsvolle Ausführung eines Orgelneubaus oberstes Gebot. Dieses bezieht sich auf die Optik, die Technik und ganz besonders auf den Klang der Instrumente.



 

Seit Bestehen des Betriebes orientieren wir uns am historischen Orgelbau des Barock und führen Spielanlagen und Registeranlagen grundsätzlich in Holzbauweise aus. Die Orgelgehäuse fertigen wir in massiver Holzbauweise in unterschiedlichen Holzarten je nach Wunsch der Kunden an. Darüber hinaus nutzen wir, wo es uns sinnvoll erscheint, die modernen technischen Errungenschaften und Materialien unserer Zeit. Mit der gleichen Sorgfalt, mit der wir unsere neuen Instrumente bauen, führen wir auch Orgelumbauten, Klangverbesserungen und Revisionen durch. So haben wir im Jahr 1999 die Orgel der St. Petri-Kirche in Hamburg-Altona mit einem neuen elektrischen Registrierwerk sowie einigen Tausend Setzerkombinationen ausgestattet. Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Orgelpflege, wobei ich unter Orgelpflege verstehe, dass die Instrumente im Einvernehmen mit den Kirchenmusikern ganz gezielt vor Konzerten und sonstigen wichtigen Anlässen gestimmt und gewartet werden.

( v.l. OBM Claus Sebastian, Ulla Linnekuhle,
Rolf Sebastian, Uli Rudloff)


Zur Durchführung aller dieser Arbeiten gehört ein langjähriger, gleichbleibender Stamm von qualifizierten Mitarbeitern. Als Werkstatt- und Montageleiter habe ich mit dem Orgelbauer Uli Rudloff einen ausgezeichneten Handwerker beschäftigt, der in der Anfertigung eines barocken Orgelgehäuses oder beim Bau von Windladen und Spieltischen gleichermaßen versiert ist.
Die Akquisition und Planung von Neubauprojekten, technische Zeichnungen, Orgelentwürfe und Intonation liegen in meinen Händen.

 

Claus Sebastian (Orgelbaumeister)

Orgelbauer Ulrich Rudloff